Wir sind keine Windkraftgegner, wir sind jedoch gegen eine  rücksichtslose Aufstellung von Windkraftanlagen auf Kosten von Mensch und Natur und gegen die damit einhergehende Schädigung unserer Wälder und der dort lebenden Tiere. Wir sind für das Wohlergehen der Menschen, die Schonung von Natur und Lebensraum.

 

  Unsere Ziele:  

Folgen  dieser rücksichtslosen und  unrentablen

Aufstellung der WKA rund um die Mardorfer Kuppe: 

 

  • Verhinderung des Baus weiterer Windkraftanlagen im Roßdorfer und Mardorfer Wald
  • Schutz der Pflanzen und Tiere in unserem Naherholungsgebiet
  • Aufklärung der Bewohner in den betroffenen Gemeinden 
 
  • verstärkte Beeinträchtigung der Lebensqualität der Anwohner (mehr Lärm, Infraschall, Schattenschlag etc.)
  • massiver Eingriff in die Natur 
  • Minderung des Erholungswerts der Region 
  • Verfall von Grundstücks- und Immobilienwerten

Aus gegebenem Anlass:

 

Die Bürgerinitiative distanziert sich von jeglichen Flugblättern, Leserbriefen und sonstigen Schriftstücken, die nicht auf unserer Hompage veröffentlicht wurden.

Brief von Waldbesitzern
Brief-von-Waldbesitzern-an-Waldbesitzer.[...]
PDF-Dokument [1.1 MB]

Fünf Windräder hätten mehr als gereicht! Jetzt wird unser kompletter Wald zum Gewerbegebiet.

 

 „Willst du wieder neue Atomkraftwerke haben?“ Mit solch einer Reaktion muss man rechnen, wenn man seine Stimme gegen die existierenden und vor allem gegen den Bau neuer Windräder im Roßdorfer und Mardorfer Wald erhebt.  Erneuerbare Energien sind wichtig und es ist völlig unstrittig, dass Atomkraft- aber auch Kohlekraftwerke Auslaufmodelle sind.  Und mittlerweile gibt es auch regionale Pläne für Windkraftanlagen, die jedoch nicht immer Sinn machen. Denn warum müssen 200-240 Meter hohe Windräder in ein intaktes Waldgebiet gebaut werden, welches Wasserschutz-, Forst- und Naherholungsgebiet ist?

 

Wir hatten einen schönen Wald direkt vor der Haustür, bis die Windräder in den Roßdorfer Wald kamen. Wir Bürger konnten uns zwar informieren, mit entscheiden durften wir jedoch nicht. Die Mardorfer Waldbesitzer stimmten nicht alle für den Windpark, weshalb zunächst einmal im Mardorfer Wald keine Windräder gebaut werden konnten, während die Roßdorfer Waldbesitzer alle dafür waren. Der Roßdorfer und Mardorfer Wald war ein "Vorhaltegebiet für Grundwasserschutz und Forstwirtschaft" und daher im Regionalplan Mittelhessen 2010 gar nicht als Vorranggebiet für Windenergienutzung vorgesehen. Die Stadt Amöneburg beantragte jedoch im Alleingang, d.h. ohne Absprache mit den angrenzenden Städten und Gemeinden, beim Regierungspräsidium Gießen, den heimischen Wald in Abweichung vom Regionalplan als Vorranggebiet zuzulassen. Im neuen, gerade verabschiedeten Regionalplan Mittelhessen 2016 ist der Wald zwischen Rauischholzhausen, Roßdorf, Mardorf, Erfurtshausen und Höingen mittlerweile zu einem der größten zusammenhängenden, im Wald liegenden Vorranggebiete für Windkraft in Mittelhessen mutiert. Durch eine Gesetzesänderung haben die Mardorfer Waldinteressenten jetzt auch ihren Wald für die Errichtung eines Windparks hergegeben. Im Stadtgebiet Amöneburg stehen bald auf 8% der Fläche Windräder, mit 2% hätten wir unser Soll erfüllt.  Aber der Reihe nach:

 

Nach der Fertigstellung von 5 von ursprünglich 16 vorgesehenen Anlagen sind viele Waldwege doppelt so breit wie vorher, die steilste Stelle im Roßdorfer Wald ist auf einer Länge von 350 Metern acht Meter breit geteert, es gibt fußballfeldgroße, geschotterte Plätze an jedem Windrad, 3,8 Hektar Wald wurden trotz der Nutzung von Kahlflächen gerodet und man sieht  und hört die Windräder überall, egal auf welchem Weg man sich gerade befindet. Die Landesregierung schreibt in ihrem Flugblatt „Windenergie – Mythen und Wahrheiten“ unter FAKT 12, es sei erwiesen, „dass der Geräuschpegel bereits nach wenigen hundert Metern nicht mehr von natürlichen Hintergrundgeräuschen wie Wind und Blätterrauschen zu unterscheiden ist.“1 Fakt ist jedoch, dass man ständig ein Wummen, eine Art Endlosschleife eines vorbeifliegenden Flugzeugs und ein Autobahngeräusch gleichzeitig zu hören bekommt, egal wo man sich im Wald aufhält, denn die Windräder stehen so eng beieinander, dass es jetzt keine ruhigen Zonen mehr im Wald gibt. Sicherlich ist dieses Geräusch nicht immer gleich stark, aber es ist da, sobald sich die Windräder drehen. Wer denkt, im Mardorfer Wald ist es noch ruhig, der sieht sich leider getäuscht, vor allem, wenn der Wind aus südwestlicher Richtung bläst, was oft der Fall ist und das bei einem Abstand von 2 km vom Dorfrand. Bald kommen noch bis zu 10 Windräder hinzu, die den Lärm um ein Vielfaches verstärken werden, nicht nur in Mardorf sondern auch in Erfurtshausen, wo ein Windrad sogar bis einen Kilometer an das Dorf herangebaut werden soll. Die Mardorfer Waldinteressenten sind dem Lockruf des Geldes erlegen. Denn der Projektierer Juwi hat ihnen sehr viel Geld geboten, fast doppelt so viel wie den Roßdorfern, die ihren Wald vergleichsweise für ein Schnäppchen hergegeben haben. Die Stadt Amöneburg hat nicht nur den Weg für die Zerstörung des restlichen Waldes geebnet, sie verdient auch nichts daran, denn sie besitzt keine Anteile im Mardorfer Wald.

 

Die 16 Waldanteile der Stadt Amöneburg im Roßdorfer Wald bringen zusammen mit den zwei im Dezember 2016 genehmigten Windrädern ca. 65.000 Euro Pacht pro Jahr, wovon ich als Bürger vielleicht ein paar Euro abbekommen könnte.  Aber das entschädigt nicht für den Wertverlust des Naherholungsgebietes vor der Haustür. Es könnte auch noch etwas Gewerbesteuer hinzukommen,  aber die Käufer von Windkraftanlagen werden ihre Anlagen so abschreiben, dass zu befürchten ist, dass in den ersten 8-10 Jahren nicht viel zusätzliches Geld an die Stadt Amöneburg fließen wird. Die Firma Max Bögl, die sich auch für den Bau der Windräder auf der Mardorfer Kuppe beworben hatte, sprach davon, eine seriöse Firma zu sein und gab zu, dass in den ersten 12 Jahren keine Gewerbesteuer fließen werde, während JUWI wieder von Millionenerträgen für die Stadt redete, was eher zweifelhaft ist.

 

Für weitere Windräder fordert der Bürgermeister eine Bürgerbeteiligung, wodurch das  Genehmigungsverfahren vereinfacht würde. Was bedeutet aber Bürgerbeteiligung? Wer Geld übrig hat, kann es für den Windpark anlegen und dann auf eine Dividende hoffen. Das setzt voraus, dass die Windräder genug Strom produzieren.  Die regionalen Interessenten (Stadt Amöneburg, Gemeinde Cölbe, Stadtwerke Marburg und Energiegenossenschaft Marburg-Biedenkopf) wollten jedoch die Windräder im Roßdorfer Wald nicht erwerben, da sie von einer ertragreichen Stromerzeugung nicht überzeugt waren. Auf der Grundlage von Messungen auf den Lahnbergen wurden für den Roßdorfer und Mardorfer Wald Berechnungen angestellt. Und die berechnete Windstärke war allenfalls mittelmäßig, so dass die potentiellen regionalen Käufer der 5-7 Roßdorfer Windräder alle wieder abgesprungen sind. Wegen des stärkeren Windes auf der Mardorfer Kuppe hatte JUWI ursprünglich noch größere Windräder vorgesehen und die werden jetzt im Mardorfer Wald auch gebaut. Die Firma CHORUS ist übrigens schon der zweite Besitzer der Windräder im Roßdorfer Wald. Der erste Käufer hatte nur mit den Windrädern spekuliert. Und die Stadt Amöneburg kann jetzt nur noch zusehen, hat das Heft komplett aus der Hand gegeben. Nur halbherzig unterstützt die Stadt die Initiative der Erfurtshäuser, einen Teil des Ortes zum reinen Wohngebiet erklären zu lassen, wodurch die riesigen Windräder nicht mehr so nah an das Dorf herangebaut werden dürften.

 

Auf die Roßdorfer, besonders die Anwohner der Waldstraße, kommt wieder monatelanger Lärm zu, erst durch den Bau der bereits genehmigten WKA 2 und 7 und dann möglicherweise durch bis zu 8 weitere Windräder auf der Mardorfer Kuppe. Es könnten aber auch tausende von Lastern (vor allem Schotterlaster und Betonmischer) durch Mardorf in den Wald fahren. Fest steht, dass die Waldwege erneut stark verbreitert werden müssen und wieder fußballfeldgroße, geschotterte Plätze entstehen, es muss wieder gerodet werden und es wird endgültig vorbei sein mit der Ruhe im Mardorfer Wald, der ja jetzt schon nicht mehr ruhig ist, wenn der Wind aus Südwesten kommt.

 

Und die Vögel, ob Rotmilane, Fledermäuse oder Zugvögel, werden durch noch mehr Windräder um ein Vielfaches mehr gefährdet sein. Die Jäger werden noch weniger Freude an ihrem Hobby haben, denn sie können das Wild nicht mehr hören, wenn die Windräder sich drehen. Und die Spaziergänger  werden an noch mehr Stellen gefährdet sein, wenn sich Eis auf den Rotorenblättern bildet und in Brocken auf die Wege fällt.

 

Es geht jetzt darum, sich dafür einzusetzen, dass nicht alle 8 geplanten WKA auf der Mardorfer Kuppe gebaut werden dürfen, denn das wäre der SUPERGAU, die maximale Zerstörung unseres Waldes und damit die fortschreitende Beeinträchtigung von Lebensqualität in unserer Gemeinde. 

 

https://wirtschaft.hessen.de/sites/default/files/media/hmwvl/flyer_wind_mythenwahrheiten_web.pdf

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Bürgerinitiative keine WKA rund um Mardorfer Kuppe